Glossar

Fachbegriffe der Polizeilichen Kriminalstatistik verständlich erklärt
13 Begriffe
Kennzahlen
Absolute Veränderung
Differenz zwischen aktuellem Wert und Vergleichswert in der ursprünglichen Einheit.
Kennzahlen
Aufgeklärte Fälle
Anzahl der Fälle, für die mindestens ein Tatverdächtiger ermittelt werden konnte.
Kennzahlen
Aufklärungsquote
Anteil der Fälle, die durch Ermittlung eines Tatverdächtigen als aufgeklärt gelten, gemessen an allen erfassten Fällen.
Kennzahlen
Fallzahl
Absolute Anzahl der polizeilich erfassten Straftaten in einem Zeitraum.
Kennzahlen
Häufigkeitszahl (HZ)
Anzahl der erfassten Fälle je 100.000 Einwohner — macht Fallzahlen unabhängig von der Bevölkerungsgröße vergleichbar.
Kennzahlen
Prozentpunkt
Einheit für die absolute Differenz zwischen zwei Prozentwerten.
Kennzahlen
Quote
Anteil einer Teilmenge an einer klar definierten Grundgesamtheit, meist in Prozent.
Kennzahlen
Versuchsanteil
Anteil der Fälle, die im Versuchsstadium blieben, an allen erfassten Fällen eines Delikts.
Kennzahlen
Veränderung zum Vorjahr
Differenz einer Kennzahl zwischen dem aktuellen Berichtsjahr und dem unmittelbar vorangegangenen Jahr, absolut oder in Prozent.
Kennzahlen
Kriminalitätsbelastung
Umgangssprachlich für die anhand der Häufigkeitszahl gemessene, auf die Bevölkerung bezogene Ausprägung der erfassten Kriminalität einer Region.
Kennzahlen
Tatverdächtigenbelastungszahl (TVBZ)
Anzahl der Tatverdächtigen je 100.000 Einwohner der jeweiligen Bevölkerungsgruppe.
Kennzahlen
Opferbelastungszahl
Anzahl der Opfer einer Deliktgruppe je 100.000 Einwohner der jeweiligen Bevölkerungsgruppe.
Kennzahlen
Schadenssumme
Bei ausgewählten Vermögensdelikten erfasster geschätzter finanzieller Schaden.
Kennzahlen

Häufigkeitszahl (HZ)

Grundlage Geprüft HZ Häufigkeitsziffer

Anzahl der erfassten Fälle je 100.000 Einwohner — macht Fallzahlen unabhängig von der Bevölkerungsgröße vergleichbar.

Ausführliche Erklärung

Die Häufigkeitszahl wird berechnet, indem die Anzahl der erfassten Straftaten durch die Wohnbevölkerung geteilt und mit 100.000 multipliziert wird. Sie ist die Standardgröße, um die Kriminalitätsbelastung unterschiedlich großer Regionen miteinander zu vergleichen.

Bedeutung innerhalb der PKS

Ohne die HZ wären Fallzahlen zwischen z. B. Bremen und Nordrhein-Westfalen kaum aussagekräftig vergleichbar, da NRW ein Vielfaches der Einwohner hat.

Formel

(erfasste Fälle × 100.000) / Bezugsbevölkerung

erfasste_faelle
Anzahl der in der PKS erfassten Fälle
bezugsbevoelkerung
Für Raum und Berichtsjahr verwendete Bevölkerung

Bezugsgröße: Einwohner

Rundung: Rohwert berechnen und erst für die Anzeige runden.

Hinweis: Bevölkerungs- und Gebietsstand müssen fachlich passen.

Typische Interpretation

Eine höhere HZ bedeutet mehr erfasste Fälle pro Kopf — nicht zwingend mehr tatsächliche Kriminalität, da sie ausschließlich auf dem Hellfeld basiert.

Häufige Missverständnisse
  • Wird häufig mit der absoluten Fallzahl verwechselt oder als direktes Sicherheitsranking gelesen, obwohl Anzeigeverhalten und Bevölkerungsstruktur mit hineinspielen.
Methodische Hinweise
  • Bei kleinen Bevölkerungszahlen können geringe absolute Änderungen starke Schwankungen erzeugen.
  • Unterschiedliche Bevölkerungs- oder Gebietsstände schränken Vergleiche ein.
Beispiel

566.652 Fälle bei rund 12,1 Mio. Einwohnern in Bayern ergeben eine HZ von rund 4.700,5.

Quellen
  • Polizeiliche Kriminalstatistik — Bundeskriminalamt, Allgemeine Begriffe und Erfassungsgrundsätze
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